Gammelsdorf liegt ca. 495 m. ü. NN mit einer Fläche von ca. 22 km2 im Landkreis Freising, mitten im Dreieck Mainburg - Landshut - Moosburg, ca. 60 km nordöstlich von München, in der Holledau (Hopfenanbaugebiet) und ist bekannt durch die Schlacht um die Herrschaft in Niederbayern und um die Vormachtstellung im damaligen Deutschen Reich, die „Ludwig der Bayer“ im Jahre 1313 gegen seinen Vetter, Herzog Friedrich von Österreich, in der Nähe von Gammelsdorf gewann. Die Einwohnerzahl beträgt ca. 1550 Personen mit einer Bevölkerungsdichte von 70 pro km2. Die Koordinaten sind 48° 33' N, 11° 57' O.


Über Gammelsdorf
 

Der Name Gammelsdorf in der Form „Gamanolvesdorf“ erscheint zum erstenmal 1075, da ein Herimanus von dort sein Gut in Schwillnach bei Ebersberg dem heiligen Sebastian durch Vermittlung des Gamanolf von Schattenhofen übergibt, er gibt diesen Besitz aber nicht ohne Gegenleistung, so lange er lebt, mussten ihm alljährlich gegeben werden: 8 Unzen Denare, eine Fuhre Wein aus Tondorf, 2 Fuhren Bier, 3 gemästete Schweine, 2 Pfung hinz, an Getreide was das Kloster von drei seiner kleineren Besitzungen in Pfeffenhausen einnimmt, ferner 2 Morgen Wiesen in Tondorf. Neben diesem Geschlecht der Herimanus finden sich im 11. Jahrhundert auch noch andere freie Grundbesitzer in Gammelsdorf; um 1080 übergibt ein Uodalrich von Gammelsdorf seines Seelenheiles wegen „propter spem celesticum“ dem heiligen Kastulus von Moosburg einen Acker und seinen Knecht Adalbert mit der Verpflichtung alljährlich 5 numui auf den Altar des Heiligen zu legen.
Um 1100 schenkt der freie Bauer Marquard ein Landgut nebst Weinberg zu Gammelsdorf als Präbende für seine Schwester Mathilde, die sich im Kloster Geisenfeld befindet..

Für die Weinberge in Gammelsdorf interessierten sich auf Grundbesitzer im Isartal. Um 1180 hat der edle Adalbero von Bruckberg einen Gammelsdorfer Weinberg im Besitz, den er am Tage, da seine Frau Ophemia in Moosburg beerdigt wurde, dem Castulusstift übergibt. Ein bedeutender Mann, Gammelsdorfs Eberhard, der in den Urkunden den auszeichnenden Namen „ Dominus“ erhält, ist in der Zeit von 1180 – 1220 sechsmal Zeuge bei Rechtsgeschäften des Moosburger Stiftes. Dieser Dominus Eberhard aus Gammelsdorf war wohl ein Ministerial der Grafen von Moosburg. Zwar kann urkundlich nur ein Hof in Gammelsdorf als Besitz der Grafen nachgewiesen werden, doch ergibt sich der tatsächliche Umfang des Moosburger Grafengutes in Gammelsdorf aus Schlussfolgerungen, die Sebastian Hiereth in seiner Dissertation über „Das Landgericht Moosburg“ zieht. Er weist darauf hin, daß bei den Aufzeichnungen der herzoglichen Güter der Jahre 1222 – 28 kein Besitz des Herzogs in Gammelsdorf verzeichnet wird, während der 3. Urbar von 1326 solchen aufführt. Er schließt daraus, daß dieser Besitz früher den Grafen von Moosburg gehörte, deren letzterer 1281 starb. Nach dessen Tod kam dieser Besitz an den Landshuter Herzog. Im 3. Urbar von 1326 wird zwar nur der „Urichshof von Golvelperch“ genannt, dagegen sagt der Gütlbuch des Kastenamts Landshut von 1338 genauer: Item Gamelsdorf ein Hof. Daselben ein Hub. Daselben ein Hof. Das Kastulusstift besaß 1359 eine Hube und eine Wiese in Gammelsdorf. Und der Urbar des Kastens Landshut von 1439 schreibt Item Gammelsdorf der Hof – Item daselb ein Hueb - Item daselb zu Gamelstorf ein Hof – Item daselbs derander Hof – Die zwen Höf hat Inn Conrat Mair. „Item daselbs der Schnitt gilt 6 Schilling 12 Regensburger Pfennig. In dieser Aufschreibung erkennen wir gut die heutigen Höfe, die einst Eigentun der Grafen von Moosburg waren und von 1338 – 1848 herzoglich blieben. Der erste Hof mit der Hube ist Grubmair. Die Hube wurde mit diesem Hof zu einem landwirtschaftlichem Betrieb vereinigt. Im Urbar von 1439 heißt es „Conrat Maier hat 2 Höfe inne“ Daselb zu Gammelsdorf ein Hof gitl 1 Pfund 48 Regensburger Pfennige, Stift 3 Regensburger Pfennige und ein Landshuter Pfennig, 1 Gans, 2 Hühner, 25 Eier, 1 Käse. –Die beiden Höfe, vereint unter dem hörigen Bauern Conrat Mayer blieben bis heute zusammen und gaben diesem Besitz den Namen: „Mayer in Höfen“ heute Mayer am Höfl.
 

Aus den Schenkungen des Uodalrich von 1080, der Weinbergschenkung des Edlen Adalbero von Bruckberg und anderen nicht mehr nachweisbaren Erwerbungen mag sich also der Gammelsdorfer Besitz des Moosburger Castulusstifts zusammengesetzt haben, der 1359 im Verzeichnis des Klosterbesitzes eingetragen ist: „Gamolstorff huba 5 solidi Den. Ibidem presdium sevit 60 den. Ibidem prediom „Weinlehen“ servit 3 solidi 10 den = Gammelsdorf 1 Hube zahlt 5 Schilling Pfennig, eine Sölde zahlt 60 Pfennig, das Weinlehen zahlt 3 Schilling 10 Denare.
Im Jahr 1465 erscheint die Sölde mit der Hube zusammengelegt, als Anwesen zum Pflügler und das Weinlehen ist der Lehner von 1465, da sich im Besitz des Chorherrn befindet. Auch das Kloster St. Emeran Regensburg hatte nach dem Klosterurbar von 1336 einen kleinen Besitz in Gammelsdorf, der jährlich 5 Denare abwarf und an die Zehentberechtigten und den Moosburger Bürger, Herrn von Pern vergabt war. „Habemus predioem in Gammelsdorf solspit 5 den. quod tenent decimatores et quidam ei vis Mospurgensis dominus Pern.“ Im Steuerbuch von 1465 hat das Emerankloster in Gammelsdorf keinen Besitz mehr. Das kleine Gut war in andere Hände gekommen. Die Siedlungsgeschichte ab 1465 wird dann so umfangreich, dass eine Darstellung auf diesen Seiten den gesamten Umfang sprengen würde – wir empfehlen Ihnen daher den Kauf einer Ortschronik der Gemeinde Gammelsdorf, die Sie u.a. bei der Sparkasse in Gammelsdorf, bei der Verwaltungsgemeinschaft Mauern in Mauern oder auch beim Bürgermeister persönlich erwerben können – sollten Sie sich dazu entschließen, viel Spaß beim studieren dieser außergewöhnlich umfangreichen und viel Wissen vermittelnden Lektüre.

 

 

 

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